
Wir trauern vom Kulturforum Bad Sobernheim um Herrn
Hans Eberhard Berkemann
der am 29. Mai 2026 im Alter von 82 Jahren verstorben ist.
Hans Eberhard Berkemann hat sich zeitlebens intensiv mit der jüdischen Geschichte von Bad Sobernheim auseinandergesetzt und hinterlässt ein unschätzbares Erbe zur Aufarbeitung der regionalen jüdischen Kultur. Er gründete im Jahr 1989 den „Förderverein Synagoge Sobernheim e.V.“ und setzte damit ein starkes Zeichen zum Erhalt und zur Nachnutzung der Synagoge als öffentliche Bücherei im Jahre 2010. Zusätzlich kümmerte er sich unermüdlich um weitere Gedenkorte wie den jüdischen Friedhof und die Marum Strumpffabrik.
Vor allem die systematische Aufarbeitung von Vertreibung und Ermordung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger während der Zeit des Nationalsozialismus lag ihm am Herzen. Hans Eberhard Berkemann pflegte vielfältige Kontakte zu Nachfahren der Sobernheimer jüdischen Gemeinde in Amerika und Israel und trat bis zuletzt engagiert und erfolgreich für deren Aussöhnung ein.
Nachdem der „Förderverein Synagoge“ als Verein im „Kulturforum Bad Sobernheim e.V.“ aufgegangen war, unterstütze Hans Eberhard Berkemann weiterhin intensiv unseren „Arbeitskreis Synagoge“ durch sein umfangreiches Wissen, sein unermüdliches Engagement und seine zahlreichen Kontakte.
Bad Sobernheim und das Kulturforum Bad Sobernheim sind Hans Eberhard Berkemann zu großem Dank verpflichtet. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und sind stolz, sein Erbe weiterzuführen.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.
Kondolenz von Deborah Btesh aus den USA (leicht gekürzt und ins Deutsche übersetzt), Frau Btesh ist Ur-Ur-Enkelin von Sara Marum, der Gründerin der Strumpffabrik
"Zunächst möchte ich mein Beileid zum Tod dieses großartigen Mannes aussprechen, der sich unermüdlich dafür eingesetzt hat, das Vermächtnis der jüdischen Bevölkerung der Stadt zu dokumentieren, zu bewahren und zu würdigen. Bitte übermitteln Sie seiner Frau und seiner Familie mein Mitgefühl in dieser Zeit der Trauer.
Als ich im März 2022 gemeinsam mit einem Teil meiner Familie Bad Sobernheim besuchte, war es Herr Beckermann persönlich, der sich an jenem Tag unzählige Stunden Zeit nahm, um uns zu begleiten, uns alles zu zeigen und uns unsere Geschichte nahezubringen. Er sprach mit großer Ehrfurcht und Wertschätzung über das Vermächtnis meiner Familie in der Stadt. Es war ein bitterkalter Tag, doch er bewegte sich völlig unbeeindruckt und ohne Eile; er wurde gewärmt durch das innere Feuer seiner Leidenschaft für unsere Geschichte und freute sich darauf, diese mit uns zu teilen. Seine Liebe zu der Stadt und ihrer gesamten Geschichte war bewundernswert. Er war wie ein wandelndes Lexikon, erfüllt von Begeisterung.
Besonders stolz war er auf den Friedhof und dessen hervorragende Pflege. Es hat mir tiefen Frieden gegeben, die Gräber meiner Vorfahren zu besuchen und zu wissen, dass sie respektiert und liebevoll betreut werden. Ebenso bewegend war es, das Haus von Sarah Marum gemeinsam mit meiner eigenen Tochter Sarah zu besuchen.
Unsere Deutschlandreise wurde durch Herrn Beckermann ungemein bereichert; er wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Ich bin ihm und all den anderen Einwohnern, die sich unermüdlich für den Erhalt und die Würdigung des Vermächtnisses meiner Familie und meines Volkes eingesetzt haben, zutiefst dankbar.
Möge Gott Sie alle trösten und die Seele von Herrn Beckermann mit offenen Armen empfangen.
Herzliche Grüße Deborah Btesh
Zum Tod von Hans Berkemann , Oeffentlicher Anzeiger vom 7.6.2026



















